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Griechenland mit Rekordschulden

20.07.2010 13:01 Uhr von Günter Hannich

Liebe Leser,
ab nächster Woche wird es ernst für die griechische Regierung: eine Delegation aus Vertretern der EU des IWF und der Europäischen Zentralbank (EZB) statten dann der griechischen Hauptstadt einen zweiwöchigen Besuch ab. Das Ziel ist die Kontrolle der Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung in Griechenland.

Die Erfahrungen aus diesem Besuch sollen auch dazu dienen, den offiziellen Zwischenbericht über die Umsetzung der Sparpläne und Reformbemühungen der griechischen Regierung vorzubereiten. Laut ganz aktueller Zahlen kommt Griechenland bei den Sparanstrengungen zwar gut voran und liegt bei en Kürzungen sogar über den anvisierten Zielen.  So hat der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou kürzlich gemeldet, dass das Defizit im ersten Halbjahr 2010 nicht wie geplant um 40 Prozent sondern sogar um 46 Prozent reduziert worden ist.

Doch das alles nützt nur wenig, denn die Einnahmen sind auf der anderen Seite dramatisch eingebrochen. Ein drastisches Beispiel: trotz der Anhebung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 23 Prozent hat es in Griechenland zuletzt kein erhöhtes Umsatzsteueraufkommen gegeben. Dran sehen Sie, dass die Konsumenten in der Krise einfach deutlich weniger Geld ausgegeben haben. Einen noch drastischeren Effekt hatte die neue Benzinsteuer. Hier ist der Umsatz an den Tankstellen sogar um 15 bis 20 Prozent eingebrochen.

Und die Gesamtverschuldung steigt so natürlich immer weiter an. Aktuell liegt die griechische Schuldenquote bei 115 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und damit so hoch wie noch nie. Wie nun die Maßnahmen des insgesamt 110 Mrd. Euro großen Hilfsprogramms wirken, wollen die Inspektoren vor Ort in Athen ergründen. Dabei ist ein positives Ergebnis im daran anschließenden Zwischenbericht wichtig, denn nur so kommt es auch zur Auszahlung der zweiten Tranche des Rettungspakets mit einem Volumen von 9 Mrd. Euro im September.

Was passiert, wenn der IWF und die EU nein sagen, konnten wir zu Wochenanfang in Ungarn sehen: dort sackten sowohl die Börsen als auch der Forint drastisch ab.

Herzlichst Ihr
Günter Hannich

 
 

Kommentare zum Artikel

21.07.2010 17:10
Gerhard Rehn
Keinen Cent mehr an die Süd u.Oststaaten
20.07.2010 17:44
gerhardus lang
Natürlich kommt man um eine Insolvenzlösung in GR nicht herum. Dazu bräuchte man auch gar keine umständlichen Gesetzgebungsverfahren einleiten, wie es jetzt von Berlin her angestoßen worden ist, sondern man nimmt einfach das Insolvenzverfahren für jedermann. Dann wären auch die am meisten beteiligt, die bisher von den Schulden profitiert haben, die allermeist unter den besser Gestellten zu finden sind. Daran müsste sich allerdings eine Gesetzgebung anschließen, die alles Schulden machen von Staaten verbietet.

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