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Fed-Chef Bernanke: Nur schwache Erholung der US-Wirtschaft

22.07.2010 16:42 Uhr von Günter Hannich

Liebe Leser,
die wirtschaftliche Erholung in den USA steht auf einem schwachen Fundament. Ich sage das schon seit langem. Aber nun wird diese Ansicht auch von sehr prominenter Stelle bestätigt: Ben Bernanke hat gestern in seinem halbjährlichen Konjunkturbericht vor dem Bankenausschuss des US-Senats darauf hingewiesen, dass die Erholung der US-Wirtschaft „ungewöhnlich unsicher“ sei.
Diese Erholung ist nach Ansicht von Bernanke sogar so schwach, dass es schon bald neue Stützungsmaßnahem der US-Notenbank Fed geben könnte. Dies ist schon erstaunlich, denn in den vergangenen Monaten war es immer darum gegangen, die aktuellen Hilfen einfach nur auslaufen zu lassen, aber keineswegs zu verlängern.

Die größten Probleme ergeben sich auf dem US-Arbeitsmarkt und dem immer noch schwachen Immobilienmarkt. So wird es nach Ansicht von Bernanke „sehr viel Zeit brauchen, bis die fast 8,5 Mio. Arbeitsplätze, die 2008 und 2009 verloren gingen, wieder aufzubauen.“ Ein weiteres Problem ergibt daraus in der schon jetzt deutlich zunehmenden Langzeitarbeitslosigkeit. Die könnte wiederum dem privaten Konsum schaden. Und das ist nun einmal der wichtigste Wachstumsfaktor der US-Konjunktur.

Das Drehen an der Zinsschraube ist für Bernanke und die anderen Verantwortlichen der Notenbank aktuell nicht angesagt. Immerhin notiert der Zinssatz in den USA mit 0,25 Prozent schon nahe der Null-Linie. Dieses Niveau wird wohl laut Bernanke auch auf absehbare Zeit weiter beibehalten. Solch ein niedriges Zinsniveau ist eigentlich nur eine Notfallmaßnahe, so lange der Patient noch auf der Intensivstation ist. Dieser Zustand dauert aber nun schon sehr lange an. Und hat sehr viel Geld verschlungen. Bedenken Sie: das mehr als 800 Mrd. Dollar schwere US-Konjunkturprogramm hat bislang rund 3 Mio. neue Arbeitsplätze geschaffen.

Dem gegenüber stehen die knapp 8,5 Mio. abgebauten Arbeitsplätze.
In diesem Umfeld ist eine nachhaltige Konjunkturerholung in den USA nicht zu erwarten. Das gilt auch, wenn die US-Wirtschaft in diesem Jahr um rund 3,5% zulegen sollte. Das reicht nicht aus, um die größte Volkswirtschaft langfristig aus der Krise zu ziehen.

Herzlichst Ihr

Günter Hannich

 
 

Kommentare zum Artikel

23.07.2010 00:13
Lukas K.
Vor allem diese Werbung geht mir auf den Sack. Es degradiert G. Hannich zu einem Weltuntergangs-Heini, was eigentlich schade ist, denn seine Texte sind sonst in Ordnung.
22.07.2010 19:32
gerhard
Mein Gott! Ihnen möchte ich mein ganzes Vermögen anvertrauen! Gut, dass es Sie gibt!

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